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MUTTER SAYAMAGYI DAW MYA THWIN
MAHA SADDHAMMA JOTIKA DHAJA
(1925 - 2017)

Mutter Sayamagyi war die Hauptschülerin von Sayagyi U Ba Khin. Sie widmete sich seiner Mission, den reinen Buddha-Dhamma im Westen zu verbreiten. Mutter Sayamagyi starb am 28. Januar 2017 im Alter von 91 Jahren.

Daw Mya Thwin wurde am 12. März 1925 in Moulmein, Myanmar geboren. Unter der Leitung von Sayagyi U Ba Khin nahm sie im April 1953 am Internationalen Meditationszentrum in Yangon, Myanmar an ihrem ersten Meditationskurs teil. Zu jener Zeit ermutigte sie ihr Ehemann, U Chit Tin, einen Versuch zur Meditation unter Sayagyi U Ba Khin zu wagen. Obwohl sie anfangs von der Idee des Meditierens nicht überzeugt war, erklärte sie sich schliesslich einverstanden.

Wie Sayamagyi oft sagte, fiel ihr der Kurs nicht leicht, und sie musste starke Schmerzen ertragen. Doch waren ihre Verdienste von solcher Qualität, dass Sayagyi U Ba Khin sie am Ende des Kurses aufforderte, am Zentrum zu bleiben, um mit ihm weiter zu meditieren. Innerhalb eines Monats unterstützte Sayamagyi Sayagyi bei der Durchführung der Kurse und tat dies bis zu seinem Hinschied am 19. Januar 1971.

Schon früh fasste Sayamagyi den unwiderruflichen Entschluss, ihr Leben Sayagyi und seiner Mission für den Dhamma zu widmen. Sie half bei allen Aufgaben im Zentrum: sie wischte und polierte von Hand die Böden der Dhamma-Halle, kümmerte sich um die StudentInnen und sorgte dafür, dass das Essen nahrhaft und wohlschmeckend war und alle gut verpflegt wurden. Gleichzeitig unterstützte sie Sayagyi bei der Unterweisung des Dhamma. Sayamagyi sagte stets aufs Neue: Was immer sie tun oder wie hart sie auch arbeiten würde, sie könne Sayagyi dafür, dass er sie den Dhamma gelehrt habe, niemals genügend Dankbarkeit erweisen.

Nach dem Hinschied von Sayagyi U Ba Khin wurde Sayamagyi gebeten, am IMC Yangon als Hauptlehrerin weiter zu lehren. Im Jahr 1978, nach wiederholten Anfragen vieler ausländischer StudentInnen, die das IMC Yangon besucht hatten, verliessen Mutter Sayamagyi und Sayagyi U Chit Tin ihr Heimatland, um Sayagyis Wunsch zu erfüllen, den Dhamma im Westen zu verbreiten.

In den darauf folgenden 38 Jahren, gelang es Sayamagyi dank ihrer grossartigen Pāramis, fünf internationale Meditationszentren (in Grossbritannien, den USA, österreich und zwei in Australien) mit einem Dhamma Yaung Chi Ceti (Pagode des Dhamma-Lichts) zu etablieren. Jede Pagode ist nach dem Modell von IMC Yangon erbaut, das von Sayagyi U Ba Khin entworfen worden war. Neben der Gründung dieser Zentren begründete Sayamagyi viele Stiftungen und Vereine, reiste um die Welt, um Kurse zu geben, und leitete Pilgerfahrten nach Myanmar, Indien, Nepal und Sri Lanka.

Sayamagyi führte auch viele Ordinationskurse durch, nämlich in Yangon, Bodh Gaya, Grossbritannien, Australien und österreich, wo Männer und Knaben als Bhikkus und Sāmaneras ordinieren konnten. Dies waren Gelegenheiten von grossem Verdienst für diejenigen, die ordinierten, und diejenigen, welche bei diesen Anlässen mithalfen – all dies dank Mutter Sayamagyi. Die Bhikkus aus Myanmar, die in den Westen eingeladen wurden, um diesen Ordinationskursen vorzustehen, bedankten sich bei Sayamagyi dafür, dass sie ihnen die Gelegenheit bot, im Westen eine glückverheissende Arbeit für den wahren Buddha-Sāsana zu leisten. Sie sagten, dass solche Gelegenheiten extrem selten und nicht leicht zu vollbringen seien. Sie waren besonders beeindruckt von der Disziplin und Praxis der Schüler von Sayamagyi, die ihrem massgeblichen Beispiel folgten.

Sayamagyi betonte immer die Bedeutung der Aufrechterhaltung der Praxis des Dhamma. Sie sagte stets aufs Neue, dass sie selbst während sie Hausarbeiten wie Gemüseschneiden oder Bügeln erledige, jeweils für ein paar Momente innehalte, und versuche, Anicca zu fühlen.

Im Jahr 1994 wurde Mutter Sayamagyi für ihre Bemühungen zur Verbreitung und Unterstützung des Dhamma sowohl in Myanmar wie auch im Ausland der Titel Mahā Saddhamma Jotika Dhaja verliehen. Dies ist die höchste Ehre, die einem Laien in Myanmar zusteht.

Mutter Sayamagyi erwies uns allen überaus grosse Freundlichkeit (mettā), Mitgefühl und Geduld. Sie arbeitete während mehr als sechzig Jahren unermüdlich daran, Sayagyi U Ba Khins Dhamma-Mission zu unterstützen. Damit hat sie das Leben von sehr vielen Menschen verändert. Die Dankbarkeit, die wir Mutter Sayamagyi schulden, ist nicht zu ermessen. Während ihres ganzen Lebens war Sayamagyi entschlossen ihre Berufung zu erfüllen; tagein tagaus unternahm sie grosse Anstrengungen, selbst in ihren letzten Jahren.

Wir sind jetzt ohne Mutter Sayamagyis physische Präsenz, aber wie der verehrte Sayadaw U Pavara aus Myanmar letzthin in einem Dhamma-Vortrag sagte: "Obwohl Sayamagyi ihren physischen Körper zurückgelassen hat, wird sie immer bei uns sein. Solange ihr dem Weg folgt, den euch Sayamagyi gezeigt hat, und ihr den Dhamma praktiziert, den sie euch im echten Glauben gelehrt hat, sollt ihr niemals denken, dass Sayamagyi verstorben sei."


Möge der Reine Buddha Dhamma lange währen!
Sādhu! Sādhu! Sādhu!